wir pausieren gerade aus persönlichen gründen.
doch der kampf gegen die fiesen miethaie ist noch nicht vorbei.
es geht weiter ende juni! grrrrrrrrrr!
ihre frau kratochwil!
wir pausieren gerade aus persönlichen gründen.
doch der kampf gegen die fiesen miethaie ist noch nicht vorbei.
es geht weiter ende juni! grrrrrrrrrr!
ihre frau kratochwil!
…es war etwas ruhig hier in letzter zeit. aber es mussten eben wunden geleckt und kisten wieder ausgepackt werden. nicht zu vergessen, auch das reale leben abseits der realitäten verlangte nach meiner figur. so ist das eben als wohnungssuchende. man bleibt immer schön in bewegung zwischen dem brotjob, diversen online-wohnungsplattformen, der geisteswissenschaftlichen ausbildungsstätte und der mülldeponie, um haufenweise aussortierten schrott und altmöbel mit buche-furnier zu entsorgen.
und nachdem es hier in den letzten posts etwas emotional zuging, wollen wir uns heute wieder den fakten widmen. und diversen wohnungen, die wir zwischenzeitlich online erlegt haben.
bittesehr, das neue reich, es ist (fast) vollbracht! bald gibt’s dachterrassenparties bis die neuen wände wackeln. uuuhuuu, dachterrasse. ja. das klingt sehr posh und nobel. 50m2 sanierter altbau in der stadt auch. und nein, ich habe dazu nicht mal eine bank ausrauben müssen. das ganze gibt es tatsächlich ausnahmsweise zu einem leistbaren preis ganz ohne protektion. wer soll auch bittesehr mein protegé sein, tz. eben.
…leistbar, schön, gut gelegen. träum weiter!
“leistbar” ist ja ein lustiges wort heutzutage. für eine junge, prekär beschäftigte person ist heutzutage kaum noch eine wohnung leistbar, sind wir uns ehrlich.
der durchschnittliche wohnungsaufwand pro person lag laut statistik austria im jahr 2010 bei rund 399 euro (in wien). ich frage mich, wer in dieser statistik aufscheint, denn 399 euro miete inklusive betriebskosten, heizung und strom sind vielerorts eine utopie. und vor allem als single knabbert man natürlich doppelt an den hohen preisen. bei den menschen die ich in meinem unfeld beobachte (oh, freud’scher vertippsler!), verschlingt eine wohnung im schnitt 1/3 bis die hälfte des einkommens. mieten um die 500 euro gelten mittlerweile als “normal”.
leistbar, das heisst für mich und bei meinem einkommen alles im bereich weit unter 500 euro. weeeeit unter 500, wenn ich dazu noch lampen erleuchten lassen will, eine gewisse zimmertemperatur über dem nullpunkt haben möchte und gerne essbares in meine pfanne hauen will. 500 euro (all inklusive, nicht nur die miete) tun mir schon weh. jahrelang waren es jetzt 290 alles inklusive (welch glück!), was anderes wäre neben uni und unregelmäßigem einkommen wohl ein genickbruch gewesen.
aber diese 500 euro sind momentan anscheinend der status quo am wohnungsmarkt für eine singlewohnung um die 40-50m2, 1-2 zimmer in der stadt. und kaum einer scheint sich daran zu stören oder zu merken, wie teuer das eigentlich ist! es scheint, als hätten sich die wohnungssuchenden schon an diese preise “gewöhnt”.
aber lange rede, kurzer sinn: es ist möglich für sein geld noch eine adäquate behausung zu finden. das ist das neue schatzerl, es kostet 430 euro warm. ohne maklergebühr, ohne eigenartige sonderkosten, ohne abzocke. ganz ohne wahnsinn! herje! HALLELUJAH!
liebe frau kratochwil, wo hast du DAS gefunden???
bazar.at, standard.at, privatimmoblien.at, willhaben.at, flohmarkt.aaaaaaat, …you name it! da gibt’s auch immer wieder schöne wohnungen. leider auch immer sehr teuer, befristet, blablabla…
und es gibt die seite des wohnservice wien, die ich euch heute ans herz legen möchte. denn wer wirklich eine wohnung für länger sucht, keinen bock auf halsabschneidermakler, zu hohe mieten, befristungen und andere unsinnigkeiten hat, sollte hier vorbeischauen.
wohnservice wien? noch nie gehört…hat das was mit gemeindewohnungen zu tun?
nein. bitte nicht verwechseln! die gemeinde wien selbst vergibt gemeindewohnungen in wien. leider muss man oft lange auf eine wohnung warten, österreichischer staatsbürger sein und das einkommen darf 2.859,28 euro nicht überschreiten (ok, eine geringe hürde, wer hat das schon…). genaueres zum thema “gemeindewohnung” gibt es hier. jedenfalls, das alles ist nichts für spontane geister (…und ich werde zu einem anderen zeitpunkt darüber noch etwas schreiben).
das wohnservice wien ist sowas wie die “andere baustelle” der stadt, das seit dem jahr 2000 leistbaren wohnraum in wien vermittelt. und dort findet man mit der ausnahme von gemeindewohnungen so einiges. und das ganze funktioniert außerdem noch kinderleicht!
los geht’s…
entweder mann/ frau schaut direkt in der zentrale in der taborstrasse vorbei und lässt sich für projekte vormerken oder mann/frau sucht online. einfach www.wohnservice-wien.at eintipseln. dann landet man hier:
…dann darf man sich registrieren. einfach ein anmeldeformular ausfüllen, welches anhand von angaben zu gehalt, familienstand u.s.w die “förderungswürdigkeit” überprüft. dann kann es auch schon losgehen mit der online-wohnungssuche.
weiter geht’s…
man kann hier entweder nach bezirk eine wohnung suchen oder sich für planungsprojekte anmelden. also neubauten, die noch in diesem jahr oder eben ab 2012 beziehbar sind. klickt man dann auf “verfügbare objekte”, so sieht man eine liste an wohnungen, für die man sich vormerken kann. wohnungen gibt es hier verschiedenster art:
sanierte altbauten downtown genauso wie moderne genossenschaftswohnungen im feuchten architektentraum mit biotop am stadtrand. es sind immer wieder auch wirkliche schnäppchen dabei, wie wiedervermietete genossenschaftswohnungen in der stadt ohne hohen finanzierungsbeitrag, weil in den 1950er jahren gebaut, zb! (ich sage nur: 43m2, zwei zimmer, unbefristet, brunnenmarkt um 219 euro warm…finanzierungbeitrag: 500 euro! oder: 60m2 sanierter altbau, nahe karmelitermarkt um 287 euro warm! alles schon gesehen!)
aber vorsicht: es dürfen sich maximal 10 menschen für eine wohnung anmelden und man selber darf das bei maximal 3 wohnungen tun. die wohnungen werden nach reihung vergeben. ist man an erster stelle, dann darf man die wohnung besichtigen und bei gefallen nehmen. man selber sieht auch, an welcher stelle man gerade verweilt.
first come, first serve eben!
…so sieht das aus, wenn man gerade online geht und nachsehen will, was es gerade schönes gibt: oh! im 16. bezirk ist wieder eine schöne wohnung frei!
für diese wohnungen kann man sich also gerade jetzt, in diesen moment, anmelden. bis das eben zehn menschen getan haben, dann verschwindet die wohnung aus der liste der “verfügbaren objekte”. das heisst also: SCHNELL SEIN!
es ist eben so, dass man sich selber drum kümmern muss. immer auf zack sein! zu gewissen zeiten am morgen, zu mittag, am abend und in der nacht wird die datenbank automatisch aktualisiert, dann kommen neue wohnungen in den topf. meldet sich eine person aus der liste von einer wohnung ab, weil sie doch kein interesse hat, ist logischerweise wieder ein platz frei der aufgefüllt werden kann. die wohnung fällt in den topf der verfügbaren objekte zurück, alle anderen dahinter gereihten rücken um eine stelle nach und man kann selbst hat wieder die chance sich für diese wohnung anzumelden – für die hinterste stelle 10/10 selbstverständlich.
ziehen wir eine kurze bilanz:
DIE VORTEILE?
-keine maklerkosten
-faire mietpreise
-keine massenbesichtigungen. ist man auf platz 1, hat man die wohnung für sich und kann sie bei gefallen nehmen
-man findet oft sehr schöne, sanierte albauten. keine furchtbaren bastlerträume, juchhe!
-auch die mitarbeiter sind kompetent, freundlich und immer erreichbar (MO-FR 8-20 uhr!)
-es macht großen spaß, die seite nach neuen sachen zu durchforsten! das ganze weckt den spieltrieb! man will eben DIE EINE wohnung ergattern und auf platz 1 landen!
DIE NACHTEILE?
-hoher zeitaufwand: man muss eigentlich ständig online sein, um wohnungen zu “ergattern” und sich dafür anzumelden.
-natürlich möchte man auf dem 1. platz landen, damit man die wohnung auch bekommt. ist man bei einer “guten wohnung” auf einem hinteren platz gelandet, muss man darauf hoffen, dass alle anderen davor gereihten die wohnung ablehnen. die chance darauf ist gering.
-man braucht also VIIIEEEL glück..
-das system ist nichts für alle, die möglichst schnell was suchen. oft sind die bezugsdaten noch einige monate entfernt, weil die häuser gerade saniert werden. es kann also ein bisschen dauern.
-oft sind auch genossenschaftswohnungen dabei, die einen höheren eigenmittelanteil verlangen. den bekommt man zwar immer zurück, wenn man aus der wohnung wieder auszieht. aber 10 000 – 20 000 euro hat man nicht so einfach auf der hohen kante.
-hoher suchtfaktor: nach einiger zeit will man ständig neue wohnungen “ergattern”. das lenkt ab und man arbeitet nebenbei sehr ineffizient, *husthust*!
DIE SCHLUSSBILANZ:
das wohnservice ist für alle diejenigen etwas, die nach jahrelangem wg-wahnsinn oder wohnen in überteuerten löchern & bruchbauten endlich etwas unbefristetes suchen, wo sie entspannt die nächste zeit verweilen können. es ist auch für all diejenigen zu empfehlen, die ihr geld beim ausgehen und auf weiten reisen rund um den globus verjubelt haben – *husthusthusthust* – und die nun kein geld für eigentum, freche makler und überhöhte mieten in loftmaisonetten übrig haben. mit der richtigen portion glück bekommt man hier eine tolle wohnung!
viel spaß beim suchen,
ihre frau kratochwil!
PS: DIE MAKLERFRECHHEIT DES TAGES:
eingesendet von frau enzenbär wurde dieser link:
http://derstandard.at/anzeiger/immoweb/Detail.aspx?InseratID=6364447#27
…dahinter verbirgt sich eine hübsche wohnung mit folgendem angebot:
“Palaispenthouse, Terrasse, Garage - kurzfristig verbilligt (!!!). Ein Garagenplatz im Palais kann nach Ableben der 84-jährigen Dame benutzt werden”.
…na bitte, fehlen noch knapp 7 mille und eine alte frau bringt man schnell mal um die ecke, oder?
ja…mit der wohnungssuche ist es wie mit der liebe. die guten sind schon vergeben. und die wirklich interessanten findet man meist über freunde und bekannte über drei ecken. hat man dann das passende objekt der begierde endlich gefunden, gibt man es auch nicht mehr her.
aber vielleicht ist es mit der wohnungssuche auch wie mit der dauerarbeitslosigkeit.
die wohnungssuche strapaziert seit gut 3,5 monaten meine nerven und so langsam beginnt der putz an mir zu bröckeln.
ich erinnere mich zurück: wie ein kleiner sonnenschein bin ich anfangs noch jedem potentiellen vermieter in die arme gefallen. frisch gestriegelt und gekämmt, im schönsten kleid. man will ja einen guten eindruck hinterlassen. man möchte ja zumindest, dass man die wohnung bekommen könnte, auch wenn man sie vielleicht letzten endes doch nicht so wirklich haben will (wie in der liebe! sag ich doch).
aber wie gesagt, mittlerweile hat die resignation bei mir einzug gehalten.
über fünf ecken wurde mir eine wohnung empfohlen, die ich mir heute angesehen habe. wieder so ein wunderschönes teil. ich war begeistert. tolle aussicht auf die berge und den belebten yppenplatz. alles wunderbar. doch beim “bewerbungsgespräch” konnte ich vermutlich nicht wirklich glänzen, dabei hatte ich mich doch so bemüht.
doch die müdigkeit, die sinnlosigkeit, die verzweiflung – vermutlich sieht man es mir schon an. verdammt. wir werden sehen. inzwischen durchkämme ich fleissig alle anderen onlineangebote und frage mich insgeheim: was will uns der makler mit diesen bildern da unten sagen? ja, diese wohnung hat ecken. fantastisch.
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ps: der award für die wohnung mit der schönsten einrichtung geht heute an >>>diese hier<<<
grüß sie!
die bunten badezimmerbilder müssen wir ihnen vorerst noch schuldig bleiben, dafür gibt es etwas viel besseres um das wochenende ausklingen zu lassen.
vor knapp einem jahr hat es kollegin trude pospischil und mich nach hamburg verschlagen. wir waren auf der suche nach guten geschichten für einen hamburg-schwerpunkt für die hiesige fernseh- und funkanstalt. eines unserer großen themen war die gentrifizierung und die rasant steigenden mieten im gebiet st. pauli.
3 filmemacher – irene bude, olaf sobczak und steffen jörg – waren damals teil unserer geschichte, denn sie haben eine großartige dokumentation gedreht. empire st. pauli nennt sich der film, in dem sie das problem rund um den ausverkauf dieses hamburger stadteils dokumentiert haben. bitte unbedingt ansehen. und morgen geht es hier weiter mit bunten badezimmern und den tücken des mietrechts.
mit freundlichen grüßen,
ihre frau kratochwil
es war gut für das karma:
es gab heute eine aussprache zwischen der – “leider nicht” – vermieterin und mir. ja, es war wahr: die hausverwaltung hatte böse gerüchte verbreitet. zum beispiel, dass ich die wohnung gar nicht mieten wollte und ICH vom vertrag freiwillig zurückgetreten wäre (…ein gerücht von vielen). und das mit der anwaltskanzlei auf pferde satteln haben wir schon vorher ausführlich erklärt…
gut, dass es das internet gibt. erstens konnte ich meinen – “leider nicht” – hausverwalter auf facebook ein bisschen stalken (wofür gibt es diese neumodischen netzwerke sonst?) und zweitens hatte ich die chance bekommen, mit der “leider nicht”-vermieterin zu sprechen, da ich ihre ‘kunstwebsite’ online gefunden hatte, auf der sie portaits von naomi campbell und marlon brando gemalt und ausgestellt hatte. plus ihre telefonnummer unten dran.
und was soll ich sagen. ‘face-to-face’ b.z.w.’ohrmuschel-to-ohrmuschel’ war alles plötzlich ganz einfach:
man sprach 20 minuten miteinander, erklärte sich, entschuldigte sich beiderseits. fiel sich verbal, fast weinend, in die arme. hatte plötzlich alles gar nicht so gemeint und wünschte sich “alles liebe” für die weitere wohnungs/ mieterInnen-suche. und man war sehr froh, nun getrennte wege zu gehen. ein bisschen wehmut – trotzdem - inklusive. nachdem der vertrag gebrochen wurde, war sogleich auch jemand anderer da, um meinen platz in den schicken, neuen vier wänden einzunehmen. ich, die TRAUMMIETERIN, die “namba one” (zitat maklerin), wurde eiskalt abserviert und ersetzt.
es war eben wie eine kurze, heftige affaire, mit schnellem ende, ohne möglichkeit auf eine zweite chance:
da ist nun ein knacks drinnen! und es hätte durchaus die chance auf etwas tolles, größeres gegeben!!! die chance auf DIE große gemeinschaft. und nun ist der zug abgefahren. leider. wir holen uns schnell ein packerl taschentücher und trocknen unsere tränen denn…tamtamtamtam:
DON’T MISS:
morgen gibt es hier zum aufwärmen und entspannen für’s wochenende erst einmal leichte kost: fotos der “hübschesten” badezimmer, die man in den onlineangeboten auf diversen websites für wohnungen finden kann!!! die fotografischen meisterwerke der makler, sie müssen hier gezeigt werden. in bildsprache und komposition kaum zu übertreffen! fliesen, so schön wie die liebe. Werke, zu schade für die allwissende, digitale müllhalde.
morgen dreht sich also alles um das thema “badezimmer”. wieso? wurscht. einfach so.
klingt fad? schau dir mal den schweinebauch da unten an. was will man mehr? gute nacht.
ihre frau kratochwil
finding a flat (is hard on the knees)
…4 monate wohnungssuche hätten heute ein ende haben können. eigentlich sollte ich jetzt in diesem moment gerade mit freunden auf meine neue, perfekte bleibe mit hochprozentigem anstossen und die letzten kisten einpacken. und mich freuen, auf einen neuen lebensabschnitt und ein neues reich. dem ist nicht so. ein traum ist heute geplatzt, dafür gibt es nun diesen blog. denn die kuriose suche nach einer neuen bleibe soll nicht undokumentiert bleiben. immerhin, sie hat unterhaltungswert. also von vorne….
“großzügiger alb-bau-traum mit fernblick”
… ja, wer kennt sie nicht, die wundersam klingenden chiffren: “traumwohnung – für sportliche singles!”, “bastlerhit – nichts für hobbyköche!” und “DAS IST SIE, ZUSCHLAAAAGEN!!!!”. denn damit man ein durchschnittliches mietobjekt möglichst schnell zu kapital machen kann, müssen allerhand reize zu kitzeln versucht und allerhand schnell geschriebener firlefanz produziert werden. das immobiliengeschäft ist ein schnelllebiges, (leistbare oder/und schöne) wohnungen werden wie warme semmeln hin- und hergereicht. schnell noch ein marktübliches preisetikett draufgepappt, fertig ist die zeitungsannounce, die (meist unter zeitdruck stehende) wohnungssuchende verlocken soll.
vermieter, makler und hausverwaltungen haben nur ein ziel: eine leerwerdende oder bereits leerstehende immobilie möglichst schnell wieder zu vermieten. in diesen haifischpool der quicklebendigen anbieter und wohnungssuchenden wagte ich mich also vor einigen wochen, um ein geeignetes neues domizil für mich + 2 pelzige mitbewohner zu suchen. schnell war ich ernüchtert. innerhalb von nur fünf jahren, seit meiner letzten suche, waren die mieten rasant in die höhe geschossen.
fand ich damals noch eine wohnung im 7. bezirk, 48m2, kategorie A, zwei zimmer, altbau, um (unglaubliche) 320 euro (marke: “singlewohnung für junge erfolgreiche”), so war, b.z.w. ist, der marktpreis für derartige wohnungen mittlerweile manchmal doppelt so hoch! rasch lagen die nerven blank und die hoffnung auf ein geeignetes – und vor allem leistbares – heim schmälerte sich täglich. verzweifelte, ebenfalls suchende kollegInnen vermochten mir auch keinen mut zu machen und arbeiteten stetig daran, mir meine letzten hoffnungsfunken zu zerbröseln. allerhand löcher in der wand wurden mir bei täglichen besichtigungen als DIE perfekte wohnung verkauft. zu horrenden preisen.
“500 euro für 39m2, hören sie, was wollen sie eigentlich noch? so billig finden sie so schnell nix mehr!!”
manchmal freute ich mich auch schon, wenn ein makler nur tatsächlich zum vereinbarten termin auftauchte und der spruch: “24m2 – aber gut geschnitten!” entwickelte sich rasch zum dauerjoke im freundeskreis. meine verzweiflung entwickelte sich zu resignation und das gefühl, den rest meines lebens in der kleinen studentenwohnung in transdanubien verbringen zu müssen, wurde zur unausweichlichen, immer näher rückenden gewissheit.
doch dann fand ich “SIE”!!!
Und SIE war einfach perfekt! EIN TRAUM! die richtige größe. die perfekte lage (brunnenmarkt). wundersam ausgestattet mit glänzenden neuen böden in dunklem braun (jajajaja!!! kein billigsdorfer laminat!!!) und fabelhaft frisch saniert. eine küche so weiß und glitzernd wie elfenbein. ich wusste, ich will diese wohnung mieten.
Ja, ICH WILL!!! ICH MUSSTE SIE HABEN!!!!
der besichtungstermin war schnell fixiert. freundin d. kam zur besichtigung mit, um mir mit ihrer seriösen und vertrauenserweckenden art und ihrem fachwissen in recht und wirtschaft den rücken zu stärken. doch alle sorge umsonst: die potentielle vermieterin entpuppte sich als traumfrau. die maklerin als die erste, die ihr geld tatsächlich wert ist. alle fragen wurden brav beantwortet. man fand sich symphatisch, scherzte, redete eine knappe stunde über gott, die welt, kunst, katzen, energieausweise und sicherheitstüren. 54m2, frisch saniert, für 479 euro! leistbar + fair (wenngleich der m2-preis scheinbar auch hier immernoch zu hoch ist, dem richtwert für altbauten nach. aber für DIE perfekte wohnung ok! und man beachte die aktuellen preise, die sonst noch viiiel höher liegen!)
ich sagte zu. und schnell flatterte das anbot in den mailpostkasten und dieses flatterte unterschieben sogleich wieder zurück. ich erhielt telefonisch den zuschlag und man gratulierte mir, ich wäre eben sowieso und überhaupt DIE top kandidatin gewesen. alles in trockenen tüchern begann ich meine letzten kisten einzupacken, das lilienporzellan auf die katzenrücken zu schnallen und die alte wohnung leise zu verabschieden.
Hello 1160!
und dann…JA DANN…fand ich mich heute am ende des tages anstatt mit einem mietvertrag in der hand aufgelöst beim mieterschutz sitzen und nun diese zeilen tippseln.
Never trust the Hausverwaltung!
dass bei der kommunikation zwischen drei parteien – nämlich vermieterin, maklerin, potentielle neue mieterin – so einiges schieflaufen kann und missverständnisse entstehen, ist etwas womit man rechnen muss. doch wenn dann noch eine vierte partei in form einer hausverwaltung hinzukommt, die vorher überhaupt noch kein thema war, dann ist das chaos perfekt! zu allererst war es anscheinend für die hausverwaltung schwer nachzuvollziehen, gar beleidigend, dass eine maklerin “IHR” haus am markt präsentiert (was ja ein wunsch der vermieterin war, und äh, nicht mein kaffee??)
dementsprechend wurde mir beim ersten telefonat mit der hausverwaltung gleich einmal mitgeteilt, dass alles plötzlich ganz anders ist, als mir die maklerin das vorab bei der besichtigung (mit der vermieterin) erzählt hat. “mein gott, diese makler immer!! die haben nicht mit uns geredet und machen immer alles falsch. des is jetzt alles ein bisserl anders…”. alle summen, beträge, regelungen wurden der armen hausverwaltung ja gar nicht mitgeteilt, die sich höchstbeleidigt und auf den schlips getreten fühlte. immerhin ist das IHR haus, kapiert?
also die beträge waren alle dann doch ganz anders. und der vertrag schaute auf einmal auch ganz anders aus, als ausgemacht. fantasiebeträge inklusive, wie etwa die überhöhte mietvertragsvergebührung.
Mitvertragsverge-was?
ein mietvertrag muss beim finanzamt vergebührt werden. dieser betrag beträgt für jede wohnung maximal 1% der Summe des dreifachen jahresbruttomietzinses. das klingt kompliziert funkt aber so:
bei meiner wohnung macht der bruttomietzins – das ist der mietzins inklusive betriebskosten, “warm” – 479 aus. pardon, HÄTTE AUSGEMACHT soll es natürlich heissen. 479 Euro x 12 monate =5748 Euro. Das dreifache davon durch 100 dividiert ergibt den betrag, der für die vergebührung maximal veranschlagt werden darf und an das finanzamt abgeführt werden muss.
= 172,44 Euro in diesem fall. dafür erhält man einen wisch mit stempel, das kennt ja eh jeder oder?
doch die hausverwaltung wollte eine steuer von 222,44 euro einheben. also um 45 euro mehr. noch dazu wollten sie auf diese steuer noch eine mehrwertsteuer einheben. eine steuer auf die steuer? mondieu, wäre dem immer so, das land wäre reich!!!
ich sehe schon liebe leserIn, du steigst mir hier schon aus. also lassen wir berechnungen und widmen uns dem wesentlichen. war es ein tippfehler? ein irrtum? oder ist das alles eh des rechtens? klitzekleine mobiltelefone und computer sollten helfen, das problem aus der welt zu schaffen. doch:
Mieterschutz, so helfe!
“wer einen vertrag nicht liest und prüft vor der unterzeichnung, darf sich hinterher nicht aufregen”, dachte ich mir und wählte in meiner unsicherheit die nummer der arbeiterkammer. meine vermutung wurde bestätigt, da war was nicht so ganz ok im vertrag. man verwies mich zur mietervereinigung, die mir prompt davon abriet, den vertrag zu unterzeichnen. ich solle den termin zur unterzeichnung mit der hausverwaltung ohne angabe von gründen verschieben und den vertrag bei ihnen vorab sichten lassen. ein mail an die hausverwaltung später, mit der bitte den unterzeichnungstermin auf kommende woche zu verschieben und mir einige punkte noch einmal genauer zu erklären, kam auch prompt – zeitgleich mit dem telefongespräch - die antwort.
“die vermieterin würde vom vertrag zurücktreten, mein anbot nicht annehmen“, hieß es förmlich. ich brauche gar nicht mehr vorbeizukommen. Hulu? Ich hatte bereits die kopie des entgültigen vertragsentwurfs schwarz auf weiß. und dazu sei gesagt: ein anbot ist ein vorabvertrag mit bindung. ein gültiger. mir wurde eine wohnung zugesagt. schriftlich wie auch mündlich. in knapp einer woche wäre mietbeginn gewesen. mein leben danach bereits ausgerichtet. alles in kisten verstaut. ein rücktritt ohne grund ist somit vertragsbruch. das sollte ich sogleich bei der mietervereinigung erfahren…
Was nun???
die hausverwaltung hat hier also grundlos einen vertrag gebrochen. vom chefmakler der maklerfirma hab ich später telefonisch erfahren, die hausverwaltung hätte die vermieterin kontaktiert und erzählt, ich hätte mit einem anwalt und klage gedroht und schon eine ganze kanzlei auf pferde gesattelt, die gleich vorbeireiten und das haus niederbrennen werden.
natürlich hat die vermieterin daraufhin angst bekommen und somit hat die hausverwaltung ihr ziel auch erreicht: eine aufmerksame neue mieterin, die unangenehme fragen stellen könnte, los werden. man könnte ja eventuell draufkommen, dass da mehr nicht so ganz passt. und ich habe heute gelernt: ein vertragsbruch ist einfach, denn immerhin, man muss erstmal jemanden finden, der den mumm und die zeit aufbringt, da klage einzureichen. und vor allem wieso auch? was will man denn noch an einem ort, in einer wohnung, in der man offensichtlich nicht erwünscht ist. sich zu hause fühlen??? naja…
dass meine befürchtungen, die hausverwaltung könnte unkorrekt arbeiten keine einbildung sein sollte, wurde mir später dann noch bestätigt. die hausverwaltung ist anscheinend kein unbeschriebenes blatt. eigentlich muss ich sagen, ein glück für mich, dass ich mich nicht hab abschrecken lassen von den ungereimtheiten. denn besser zu früh als zu spät.
Und jetzt???
die wohnung werd ich wohl nicht bekommen, außer ich klage mein recht ein. ich könnte auch für entstandene kosten wie ein eventuell schon gebuchtes umzugsservice, neu bestellte möbel etc… auf schadensersatz klagen. aber ehrlichgesagt, wieso? alles was ich wollte war eine wohnung mit einem korrekten vertrag. anscheinend eine utopie heutzutage. der herr vom mieterverband hat gemeint, ich soll froh sein, dass ich da nicht wohnen werde. wer weiß für was es gut war. ich soll mir überlegen, ob ich dort wirklich wohnen will…
das darf doch alles nicht wahr sein…doch!
das ende der geschichte: die traumwohnung ist weg für immer. das mietrecht ein dschungel voller lücken und tücken. aber hey, das bauchweh ist weg! und wäre ich dort wirklich glücklich geworden? mit so einer hausverwaltung? …überhöhte betriebskostenabrechnungen, ungerechtfertigte mietzinserhöhungen, ein rechtsstreit um die hinterlegte kaution als sahnehäubchen beim auszug aus der wohnung obendrauf? sind wir uns ehrlich:
ES IST BESSER SO!
und wollen wir einem hausverwalter, der anscheinend wenig ahnung von seinem job hat, den dritten, roten ferrari finanzieren und das x-te goldketterl für die frau gattin? ja, sie wissen schon wer gemeint ist, herr x.! tz! schämen sie sich. ferraris sind sowas von out!
so machen wir es beim nächsten mal:
grüße aus transdanubien!
ihre frau kratochwil
hier gibts neues zum thema wohnungssuche. genauer gesagt zu den schattenseiten dazu. äh, viel spaß.